Vor Jahren hat mir Ollis Schwester das Leder ihres alten Sessels überlassen, der eigentlich entsorgt werden sollte. Kurz darauf hat mir seine Tante dasselbe angeboten. Das war mein eher zufälliger Einstieg ins Altes Leder Upcycling. Was ich an altem Leder mag: unregelmäßige, teilweise rissige oder abgenutzte Stellen. Einfach nicht perfekt! Seitdem hat sich rumgesprochen, dass ich für sowas ein Herz habe. Freunde und Familie bringen mir seither kaputte Lederjacken, ausgediente Handtaschen und alles, was sonst im Müll gelandet wäre. Über die Jahre ist daraus einiges entstanden: Ein Elefant, ein Nilpferd, Schlüsselanhänger, Kissen und noch mehr.
Ich habe schon in anderen Beiträgen erzählt, dass ich in vielen Handwerksbereichen keine ausgebildete Spezialistin bin. Ich probiere gerne aus, bin neugierig auf altes Handwerk und will immer wieder Neues lernen. Vor meinem ersten Projekt hatte ich quasi keine Berührungspunkte mit Lederverarbeitung. Die ersten Teile waren Etiketten und Henkel für die CUBIMO Handy-Kissen.
Warum ich nicht einfach neues Leder gekauft habe
Ich mag das Material Leder überhaupt und wollte längst etwas Eigenes daraus machen. Nur fand ich es zu schade, extra Leder zu kaufen, nur um damit zu experimentieren. Wäre das Projekt schiefgegangen, hätte mich das doppelt geärgert, wegen dem Geld und wegen der verschwendeten Arbeit. Erst als ich mit dem geschenkten Leder zu arbeiten begann, habe ich mich in Social Media immer wieder mit Lederverarbeitung beschäftigt. Kleine Werkzeuge gekauft, Techniken ausprobiert und mit der Zeit einfach besser geworden.
Wie geht Altes Leder Upcycling bei mir konkret ab?
Ich schaue mir das Material genau an, überlege, welche Struktur und Farbe zu welchem Projekt passt, und plane von dort aus weiter. Zwei Projekte, die ich hier ausführlich gezeigt habe, sind die nachhaltige iPad-Tasche aus Upcycling-Leder und die Lederüberzüge für Flachmänner. Beide zeigen, wie viel Charakter gebrauchtes Leder mitbringt. Jede Narbe und jede Farbabweichung erzählt eine eigene Geschichte.
Was diese Arbeit für mich so besonders macht, ist die Kombination aus Nachhaltigkeit und Lernprozess. Ich rette Material vor der Mülltonne und eigne mir gleichzeitig ein neues Handwerk an, ganz ohne Druck, weil nichts davon extra gekauft wurde.












