Ich bin so jemand. Ich probiere etwas aus, lasse es ruhen, vergesse es fast und irgendwann, manchmal Jahre später, ergibt sich plötzlich das Puzzle. Genau das ist hier passiert. Diese Jeansbilder haben eine lange Geschichte. Eine, die aus sehr unterschiedlichen Experimenten besteht, aus unterschiedlichen Zeiten, und die ich ehrlich gesagt selbst kaum vorhersehen konnte.
Der Anfang liegt weiter zurück, als man denkt
Vor ungefähr zehn Jahren habe ich aus dicken Holzscheiben Stempel gemacht, mit Feuer. Ein Experiment, das mich damals fasziniert hat. Ich war neugierig. Und dann? Ehrlich gesagt habe ich kaum etwas damit gemacht. Also habe ich alles ruhen lassen.
Vor etwa einem halben Jahr holte ich die Stempel wieder hervor und druckte damit zwei Motive auf Papier. Das Ergebnis war nicht besonders toll, aber wegschmeißen? Nein, das kam nicht infrage. Also habe ich sie einfach auf meinem Schreibtisch liegen lassen. Direkt auf dem Drucker. So, dass ich sie jeden Tag sehe. Irgendwie hatte ich die Hoffnung, dass mir irgendwann etwas einfällt.
Kleine Ideen, viele Umwege
Ende des Jahres hatte ich mir eine Stanzpresse und Quadrat-Stanzen gewünscht und bekam sie. Ich wollte sofort loslegen, hatte aber nur Jeans-Reste und alte Briefumschläge zur Hand. Also habe ich angefangen zu stanzen. Quadrate. Viele Quadrate.
Das Papier war super. Daraus sind kleine Schachteln entstanden (Artikel dazu kommt bald!). Die Jeansstücke waren schön, aber zu weich. Irgendwas hat gefehlt. Also: Pause. Wieder warten.
Auf Pinterest stieß ich auf einen Beitrag, wo jemand Stoff mit Leim versteift hatte. Ich probierte es, mochte es aber nicht. Der Jeans sah zu glatt aus, zu künstlich. Wieder ein Experiment, das schläft.
Mit natürlichem Kleber, Facebook und dem Moment, wo alles zusammenkommt
Ein paar Wochen später stieß ich auf Facebook auf eine Künstlerin, Sandra Junele, die aus Wolle und natürlichem Kleber eine Art Papier herstellt. Ich war sofort fasziniert! Ich recherchierte (Pinterest) auf Deutsch, Portugiesisch, Französisch. Verschiedene Ansätze, verschiedene Rezepte. Nach ein paar Tagen kochte ich meine eigene Mischung, übertrug sie auf die Jeans, ließ alles trocknen und stanzte Quadrate in verschiedenen Größen. Steif. Strukturiert. Genau richtig. Ich war zufrieden!
Jeansbilder Upcycling: Die Idee kommt leise
Und dann kam die Frage, die mich immer trifft: … Und was mache ich jetzt damit??
Sie lagen auf meinem Schreibtisch. Tage, Wochen. Genau wie die alten Drucke. Eines Morgens, wirklich aus dem Nichts, sah ich beides gleichzeitig und dachte: Was wäre, wenn ich beides kombiniere? Verschoben, ausprobiert, neu angeordnet. Bis es sich richtig angefühlt hat. Nach ein paar Versuchen klebte ich die Jeans-Quadrate auf die weißen Papierausdrucke. Dann kramte ich Bilderrahmen hervor, die ich einst von der Straße gerettet hatte. Für das größte Bild fand ich einen überdimensionierten Rahmen mit schwarzem Papier. Mein Bild war zu klein darin. Und dann? Kamen die restlichen Quadrate ins Spiel. Sie füllten den Rahmen, gaben Struktur, gaben Tiefe.
So entstanden meine Jeansbilder. Ob das Projekt hier endet? Mal schauen …
Was du daraus mitnehmen kannst
Vielleicht das: Du musst nicht immer sofort ein Ergebnis haben. Lass Dinge sichtbar liegen, dein Kopf arbeitet weiter, auch wenn du es nicht merkst. Vertraue darauf, dass Verbindungen entstehen. Und nutze, was du schon hast. Denn Nachhaltigkeit ist nicht nur Material. Es ist auch Geduld.












